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Konzept

Der Miltenberger Käsetaler, der aus Milch der Milchviehbetriebe im Landkreis Miltenberg gefertigt wird, ist ein beispielhaftes Projekt für eine funktionierende regionale Vermarktung.

Miltenberger Käsetaler ist ein Zusammenschluss von sieben Landwirten aus der Region Miltenberg. Die anhaltend schlechten Preise für Frischmilch gaben den Anstoß zum Umdenken bei den Milchbauern. Sie setzten sich zusammen und als Ergebnis kann nun der Miltenberger Käsetaler präsentiert werden.

Das Ziel der Initiative ist es einen Beitrag zur Stärkung der Milchwirtschaft zu liefern und dabei ein Zeichen für einen fairen Handel zu setzen. Durch die regionale Vermarktung ergibt sich eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Die Landwirte erhalten einen fairen Milchpreis pro Liter, die Molkerei ist besser ausgelastet und kann Leerzeiten vermeiden und die Verbraucher haben die Möglichkeit ein hervorragendes regionales Produkt zu erwerben.

Das Konzept ist so simpel wie genial. Die Milch wird vom landwirtschaftlichen Betrieb direkt an die Molkerei Hüttenthal in Mossautal geliefert. Hier wird aus der frischen Milch der Miltenberger Käsetaler gefertigt. 1600 Liter Milch ergeben so 1600 Miltenberger Käsetaler. 

Verkauft wird der Taler an und über die Firma MÜNCH Frischdienst GmbH in Bürgstadt. Der Käse wird im gesamten Landkreis und in angrenzenden Landkreisen zum Verkauf angeboten.

Dieser Erfolg wurde den Mitgliedern des Ausschusses für Wirtschaft und Kultur erläutert. Bevor die Mitglieder des Ausschusses Einzelheiten erfuhren, erhielten sie auf dem Sonnenhof der Familie Schandel Anschauungsunterricht zur Milchkuhhaltung.
Landrat Jens Marco Scherf rief zu Beginn der Sitzung auf dem Sonnenhof in Großwallstadt das Ziel des Ausschusses in Erinnerung, auch vor Ort zu erfahren, wie leistungsfähig die Wirtschaft im Landkreis ist. Man dürfe nicht vergessen, dass der Landkreis Miltenberg zwar industriell geprägt sei, dass aber auch die Landwirtschaft eine wichtige Rolle spiele, so Scherf: "Sowohl die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln als auch die Pflege unserer Kulturlandschaft ist eine wichtige Aufgabe unserer Landwirte".

Landwirt Dieter Schandel erläuterte Landrat sowie den Kreisrätinnen und Kreisräten Einzelheiten zu seinem Hof. Er ist einer von derzeit 24 Milchviehhaltern im Landkreis Miltenberg. Auf 185 Hektar Fläche - bis auf einen Acker liegen alle Flächen in Großwallstadt - baut er Getreide und Raps an, aber auch die Milchkuhhaltung hat bei ihm Gewicht. Er hat einen neuen Stall für Milchvieh gebaut, der nicht nur Platz für das Vieh bietet, sondern auch für einen modernen Melkroboter. 
Mit eigenen Augen konnten die Kommunalpolitiker sehen, wie diszipliniert die Milchkühe der Reihe selbstständig nach in den Käfig mit dem Melkroboter stiegen, um ihre Milch abzapfen zu lassen.  Im Raum daneben erläuterte Schandel, wie er seine Milch lagert, bis sie vom Milchwagen abgeholt wird.

Nachdem bereits mehrere tausend Liter Milch aus dem Landkreis Miltenberg in Hüttenthal zum Miltenberger Käsetaler weiterverarbeitet wurden, haben die milchliefernden Landwirte nun den gleichnamigen Verein Miltenberger Käsetaler gegründet.
Den Initiatoren der Aktion Käsetaler war schnell klar, dass für Landwirte veredelte Milchprodukte rentabler sind als reine Milch. Mit der Molkerei in Hüttenthal im Odenwald fand man einen Partner, der aus der angelieferten Miltenberger Milch in Lohnarbeit den Miltenberger Käsetaler fertigt. Dieser wird vom Bürgstadter Frischdienst MÜNCH an Märkte und Wirtschaften im Landkreis Miltenberg und darüber hinaus ausgeliefert.

Um die Aktion weiter voran zu bringen, haben sich sieben Landwirte im Verein Miltenberger Käsetaler zusammengefunden. 

Jeder Teilnehmer leistete eine Einlage, aus der ein Anhänger sowie ein 1600 Liter fassender Milchtank gekauft wurden. Abwechselnd fahren die Landwirte ihre Milch nach Hüttenthal und stellen den leeren Tank bei dem Milchbauern ab, der als nächster mit der Lieferung an der Reihe ist.

Geplant ist in einem weiteren Schritt, über andere veredelte Milchprodukte nachzudenken. Auch will man nicht nur von Regionalität, Saisonalität und Nachhaltigkeit sprechen sondern diese Werte in Zukunft noch intensiver leben. Dazu geht es für das Bewusstsein woher unsere Lebensmittel stammen und wie wir mit Ihnen umgehen, damit man weiß woher es kommt, wie es entsteht und wie es schmeckt.